Erlebnis und Willensbekundung

Heute im Kletterwald hatten wir zwei Schulklassen. Leider waren die Kinder überhaupt gar nicht bei sich. Viele waren einfach nur laut, wuselig, frech, unverschämt, unkonzentriert und total getrieben. Wirklich echt traurig und schade. Oft bekam ich durch Beobachtung und Zuhören das Gefühl, dass sie durch den Gruppenzwang nicht anders konnten, selbst wenn sie selbst anders drauf waren. Und ich vermute mal, dass es einige oder gar viele bisher einfach nicht anders kennen und daher nicht anders können…leider…Wobei es doch ein jeder Mensch, ein jedes Lebewesen verdient hat, respektiert zu werden, gesund und glücklich zu sein und sich frei in seiner Persönlichkeit entfalten und entwickeln zu dürfen…Nur wie ist dies in unserer Gesellschaft und in unserer „Masse“ möglich?! Wir sind ja eben nicht allein und es gibt so viel, was auf uns einwirkt und was uns fordert bzw. herausfordert…

Gestern bin ich durch Facebook auf diesen Artikel gestoßen http://mymonk.de/kaputte-gesellschaft/ –> es passt ganz gut zu der Thematik und zu dem worüber ich mir auch schon lange Gedanken mache und einen positiven Beitrag zur Veränderung der Gesellschaft leisten will.

Sicher ist es ein langer Weg und wenn man mittendrin steckt und es tagtäglich sieht glaubt man nicht mehr daran, dass wir noch etwas ändern können.

Vielleicht lebe ich deshalb auch gerade so in diesem Lebensstil -so viel in Bewegung und mit sehr viel wechselndem Umfeld-. Für mich fühlt es sich so an, als wenn ich dadurch meine Kraft, Stärke und Ausdauer ziehen kann, und dies auch mit sehr viel Hoffnung und Glaube verbunden. Denn a) ich begegne durch das viele -on Tour sein- immer wieder ganz besonderen, posiviten Leuten, denen es gut geht, die es aus ihrer Problemlage rausgeschafft haben und die aus eigener Erfahrung einfach 100% sicher sind, dass es möglich ist, und zwar für jeden, egal aus welcher Ausgangslage (also Familienumfeld oder aus welcher Religion und Kultur/Länderzugehörigkeit, finanzielle bzw berufliche Situation) man kommt. b) durch das viele -on Tour /ungebunden/unabhängig sein- habe ich einen gewissen eigenen Entscheidungsrahmen und ich nehme es mir heraus, mir rechtzeitig meinen notwendigen Freiraum zu nehmen, nachdem ich viel gegeben habe und für andere da war, mich zurück zu ziehen und meine Akkus in aller Ruhe wieder aufzutanken. c) Durch das Kommen und Gehen , Wiederkommen und Wiedergehen und so weiter betrachte ich Situationen und Menschen auch immer wieder neu und kann dadurch auch mit einem gewissen Abstand die Situationen und Menschen betrachten, mir ein Bild von ihnen machen und fast immer ganz unvoreingenommen/“frisch“/unbeeinflusst mit ihnen umgehen

–> jeder hat die Chance und die Möglichkeit glücklich und zufrieden, gesund, munter und ausgeglichen zu sein.
Und ich selbst bin überzeugt davon, wenn wir als einzelne Person, als Individuum, mit uns selbst und auch mit unserem eigenen Leben zufrieden sind, dann kommen wir gar nicht erst dazu, Konflikte mit anderen einzugehen. Wir selbst wären ja dann so glücklich, ausgeglichen und in uns ruhend und hoffentlich auch dankbar darüber, dass wir es einem jedem wünschen und ihm so entsprechend mit Nächstenliebe, Respekt und dem nötigen Freiraum entgegen kommen/gegenüber stehen.

Wie das jeder einzelne für sich anstellen kann?!

==> was denkt ihr?

==> Gern könnt ihr euch hier darüber austauschen und/oder mich  zu meinen Gedanken befragen…

Eine Antwort zu “Erlebnis und Willensbekundung

  1. Eine sehr interessante Frage, die du hier stellst. Es gibt keine Patentlösung natürlich. Hier einfach mal ein paar Gedanken meinseits dazu.
    Der beste Weg, etwas in der Gesellschaft zu bewegen und wirklich für den anderen mit Empathie da sein zu können, ist, bei sich selbst damit anzufangen.

    Wir sind sehr stark konditioniert von unserer Umwelt und unserer Erziehung. Als Kind sahen wir alles noch ganz unschuldig, voller Freude, eine Welt voller Wunder. Wir haben dann Erfahrungen gemacht, unsere Eltern gaben uns ihre Erfahrungen mit, ihre Schutzmechanismen, wie wir ihrer Meinung nach in dieser Welt überleben können (z.b. „Pass auf dich auf! Sei vorsichtig! Sei Misstrauisch gegenüber Fremden. Du mußt einen guten Job haben, um etwas erreichen zu können im Leben“ usw.). Und wir übernahmen diese Leitsätze unbewußt. Wir machten Erfahrungen in der Schule, gute wie schlechte und sicher einige von uns kamen zum Ergebnis, daß wir uns schützen müssen vor der Welt, den anderen. Wir bauten uns eine Rüstung aus Überzeugungen, Glaubenssätzen und setzen viel Energie da rein, uns vor möglichen Gefahren zu schützen. Daher sind wir häufig erschöpft, weil wir immer auf der Hut sind. Was wäre, wenn wir diese Vorsicht fallen lassen können und ganz offen mit den Menschen interagieren könnten? Eine tolle neue Welt wäre das!
    Wir haben Vorstellungen von der Welt, wir erwarten, wie es zu sein hat und wir werden häufig enttäuscht, wenn es nicht so ist.
    Die Welt ist aber viel mehr, als wir uns vorstellen, viel mannigfaltiger! Jeder Mensch, den wir treffen zeigt uns das. ^_^ Die Frage ist, wie reagiere ich auf die andere Person? Mit Argwohn, mit „So und so hat er/sie zu sein“, oder mit Offenheit, Akzeptanz, Verständnis und Liebe. Wir haben die Wahl.

    Hier einmal ein paar gute Schritte:
    Lass dich überraschen vom Leben, im positiven Sinne! Und wenns negativ ist, nehme es als Erfahrung an und lerne daraus.

    Habe Vertrauen in andere, daß sie ok sind, wie sie gerade sind und die Enttäuschung fällt.

    Habe Mitgefühl mit anderen, vergib ihnen, daß sie nicht so sind, wie du sie haben willst und verzeihe dir auch selbst, daß du immer noch Vorstellungen hinterherhängst, wie sie zu sein haben. Und dann gehs frisch an und lass dich überraschen, was du alles noch entdecken kannst, wenn du deine Scheuklappen deiner Vorstellungen ablegst.

    Respektiere die Anderen, die Älteren, sie sind so einzigartig wie du selbst. Freue dich an ihrer Andersartigkeit und erkenne, wir alle zusammen schaffen diese Welt.
    Und ganz wichtig: Respektiere dich selbst!

    Sei ehrlich zu dir selbst. Entdecke, wer du wirklich bist. Du bist nicht deine Vorstellungen. Sehe auch, was dich bei anderen aufregt, kann durchaus auch etwas sein, was du bei dir selbst nicht ansehen möchtest. Je, mehr du dich selbst kennen lernst, desto mehr kannst du für dich stehen und mußt keine Angst mehr vor äußerer Beeinflussung haben.

    Erst wenn ich in mir selbst ruhe, gelassen bin, kann ich auch etwas nach außen bringen, einen Beitrag leisten. Nicht unbedingt mit dem Intent zu lehren, sondern es einfach vorzuleben, aus dem eigenen Wesenskern heraus. Authentisch sein. Und damit inspiriere ich wirklich auch andere, einfach präsent zu sein mit meiner natürlichen Art. Wenn ich Stabilität in mir selbst gefunden habe, werden äußere Einflüsse mich nicht mehr aus dem Gleichgewicht bringen, ich muß mich nicht mehr vor ihnen schützen. Befreit von der drückenden Last der Rüstung, mit mehr Energie fürs Leben. Wie der Fels in der Brandung, der für sich steht, aber auch verbunden ist mit dem Wasser und dem Land. Teil des Ganzen ist. Dann ist es nicht mehr nötig, sich zurück zu ziehen, man lebt zufrieden, mit allen zusammen.
    Und dann ist man einfach dankbar.
    Die Welt ist ein wunderbarer Ort, jeder einzelne Mensch ist wunderbar, ein Geschenk. Es ist wunderbar, am Leben zu sein, den Wald zu genießen, Menschen kennen zu lernen, glücklich zu sein. Wenn es auch noch hakt an manchen Stellen auf der Welt, jeder einzelne hat Einwirkung, selbst in den kleinsten Dingen des Alltags. Ein Lächeln, eine Hilfestellung, die Welt wieder mit den Augen eines Kindes sehen usw. Sich in etwas Schönes zu verlieben, gerade jetzt im Augenblick zu sein. Gemeinsam können wir es anpacken, Schritt für Schritt.

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